Ich möchte hier mal einen Versuch machen, verschiedene Aussagen und Meinungen aufzugreifen, wie „die deutsche Wirtschaft ist am Ende“, „der Sozialstaat ist am Ende“, „die Sozialleistungen müssen gekürzt werden“ und der Knaller überhaupt „Zahnarztbehandlungen müssen vom Versicherten selbst getragen werden“ (damit es leichter wird, arm und reich schon am Gesicht zu erkennen – wie man sich mit einem solchen Vorschlag der Wirtschaftsweisen als „weise“ bezeichnen kann, ist mir ein absolutes Rätsel).
Wir hatten das alles schon einmal, die Menschen haben aus vielerlei Gründen das Gefühl, es ginge ihnen schlechter, Verlust des Vertrauens in die Politik, verstärkt noch durch solche unqualifizierten Aussagen, die bei jedem Stammstisch gerne rezitiert werden, Abwanderung nach rechts, Suchen und Finden eines Sündenbocks, Verrohung der Gesellschaft, Verfolgung und Vernichtung mit roher Gewalt.
Ich habe dazu ein paar Fragen:
Wie kann es sein, das jedes Jahr ein schwarzes Buch herauskommt, in dem die Verschwendung von Steuergeld mit vollen Händen beschrieben und aufgelistet wird? Man fragt sich jedes Mal, ob die Verantwortlichen auch privat sinnlose Aussichtsplattformen bauen…
Ausgehend von hochgerechnet 90 Mio Einwohnern in Deutschland, wenn jeder ein Grundeinkommen von EUR 1.400,– bekommen würde, wären das 126 Mrd EUR, das wäre allein durch die Besteuerung von Vermögen der Superreichen finanzierbar. Warum wird das nicht gemacht? Ganz abgesehen, von einem vereinfachten Steuersystem, wofür es schon genug Modelle gibt. Man bräuchte weniger Bürokratie, weniger Beamte und könnte die Sozialleistungen, die laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Jahr 2024 ganze 1.345 Mrd EUR betragen haben, wesentlich kürzen. Jeder wäre von Geburt an bis zum Tod abgesichert, jeder könnte frei seine Talente entwickeln. Es gäbe weniger Neid und Missgunst, weniger Kriminalität, weniger Krankheit. Jeder weiß doch, dass der Stress immens ist, womöglich machen zu müssen, was man nicht will, um zu überleben. Der Konsum würde gesteigert, was die Wirtschaft ankurbeln würde.
Man müsste das ganze natürlich noch differenzierter betrachten, was die Besteuerung angeht, zum Beispiel bei der Besteuerung von Menschen, die ihr Geld fest im mittelständischen Unternehmen angelegt haben. Oder wie beim Grundeinkommen in Familien zu verfahren ist, damit eben immernoch ein Anreiz bleibt, zu arbeiten. Auch die 1,3 Billionen Sozialbudget muss man sich hinsichtlich der Verteilung anschauen, das ist ja nicht nur Bürgergeld. Kritiker sagen, dass wohl keiner mehr arbeiten wolle, wenn er jeden Monat sein Grundgehalt bekäme, was ich nicht glaube, auch gibt es Studien, die das widerlegen.
Wir sind doch über Jahre dazu getrieben worden, Abitur zu machen und möglichst studieren zu müssen, damit es uns finanziell und gesellschaftlich besser ginge. Was für ein Blödsinn! Das Resultat ist Fachkräftemangel… Wenn jemand Spaß am Handwerk hat und gut darin ist, wird er es gerne tun und zusätzlich zum Grundgehalt seine finanzielle Lage verbessern wollen, um sich das eine oder andere leisten zu können! Was man gerne tut, ist keine Arbeit…
Bis auf sehr wenige kann sich doch niemand ernsthaft vorstellen, sein Leben in der Hängematte zu verbringen. Das wäre ja auch kein Leben. Leben ist Veränderung und das Wachsen an Herausvorderungen. Selbstverantwortung statt die Schuld auf andere zu schieben.
Ich glaube der Hauptgrund dafür, dass Reformen nicht wirklich umgesetzt werden können, ist die Angst, dass Beamte sich selbst abschaffen könnten oder Lobbyismus. Diese „das haben wir schon immer so gemacht“- Mentalität ist nicht so einfach zu eliminieren…